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ABATON KINO Hamburg Sonntag, 5. 11. 11 Uhr   Matinee

EINE RADIKALE  VERÄNDERUNG DER BILDUNG

Ein Film von Reinhard Kahl über den Musikkindergarten Berlin

84 Minuten, 2017

Mit Daniel Barenboim, Lang Lang, Jörg Widman, Moritz Eggert, Daniel Kehlmann sowie mit Hugo, Richard, Leeloo und vielen anderen Kindern

„Eine radikale Veränderung der Bildung“, das ist mein Traum, sagte Daniel Barenboim als er 2006 den Musikkindergarten Berlin gründete. Reinhard Kahl ist mit seinem Team mehr als 10 Jahre lang dran geblieben und wurde dort Zeuge einer ansteckenden Gesundheit.

Es geht im Musikkindergarten nicht darum Wunderkinder zu entdecken. Es geht auch nicht um Musikerziehung. Es geht um Bildung durch Musik. Die Erfahrung von Schönheit, von Rhythmus und auch von Endlichkeit. Es gibt jeden Ton nur einmal, sagt Barenboim. Er entsteht, vergeht und ist nächstes Mal ein anderer.

Kinder verstehen diese Lebendigkeit und erleben die Welt als Resonanz. Sie sind in ihrem Element, wenn sie tätig sind. Es begeistert sie, wenn etwas gelingt. Jetzt kommen die Erwachsenen ins Spiel. Es ist die Stunde der Meister. Sie kommen regelmäßig mit ihren Instrumenten. Musiker aus der Lindenoper, auch Größen wie der Pianist Lang Lang, der Klarinettist Jörg Widmann oder der Komponist Moritz Eggert. Und wenn man außerdem noch Zeuge der Aufführung eines „Öperchens“ wird, für das Daniel Kehlmann das Libretto geschrieben und Dieter Schnebel die Töne gesetzt hat, kommt vielleicht der Verdacht auf, das sei alles etwas abgehoben. Elitär? Nein, die Besten für die Kinder, heißt die Maxime. Darum geht es und mit dieser Idee wollen Barenboim und der Musikkindergarten die „Bildung“ im ganzen Land infizieren.

 

ABATON KINO Hamburg Sonntag, 3. 12. 11 Uhr   Matinee

SPIDER-MAN, HARTZ-IV-MÖBEL UND DIE FLÜCHTLINGE  

Ein Film von Reinhard Kahl über Van Bo Le-Mentzel

60 Minuten, 2017

Anschließend Gespräch mit Van Bo Le-Mentzel

Als seine Freundin von dem Architekturstudenten verlangte, dass er ein Regal baut, besuchte er den Volkshochschulkurs „Tischlern für Anfänfer“. Van Bo meinte, er hätte zwei linke Hände. Das Ergebnis dieses Kurses ist – nach einigen Umwegen – die Ausstellung seiner Möbel im Olymp der Designer, dem Vitra Museum in Weil am Rhein.

Die Eltern flüchteten mit dem Zweijährigen aus Laos. Als Jugendlicher nannte er sich „Prime“ und war in Berlin ein stadtbekannter Freestyler. Kaum als Architekt angestellt, kündigte er und erfand die „Hartz-IV-Möbel“ zum Selberbauen und dann ein Minihaus für Flüchtlinge. Als Professor verteilte er sein Honorar an die Studenten. Nun baut er kleinste Häuser und gründete die Tiny-House-University. Zwischendurch drehte er einen Spielfilm ohne nennenswertes Budget.

Van Bo Le-Menzel ist ein Held in postheroischen Zeiten.

Die übliche Frage nach eindeutiger Identität passt nicht zu ihm. Er ist eher ein Multi. Das zeigt sich vor allem darin, wie er seine Sachen macht. Weniger durch Besitz und Status als durch Beweglichkeit. Nicht mit Perfektion, sondern mit Eigensinn und Empathie. Probleme sind Anlässe für ungewöhnliche Lösungen. Immer wieder Anfänger werden!

Auf Van Bo passt ein Satz, den Goethe in seinem »West-östlichen Diwan« aus dem Persischen importiert hatte: »Menschen brauchen Wurzeln und Flügel«. Flüchtlinge wie Van Bo müssen neue Wurzeln bilden. Und weil Wurzeln nicht reichen, wachsen ihnen Flügel, vielleicht kräftigere als den lange schon Verwurzelten.