Bildungsgespräch mit dem Jugendpsychiater Michael Schulte-Markwort

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Seit einigen Jahren macht Michael Schulte-Markwort, Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKE, eine irritierende Beobachtung: Erschöpfungsdepressionen bei den Kids. Zum Beispiel bei Schülern, die fürchten, kein 1,0-Abitur zu schaffen. Er hat erst gezögert, ein Buch darüber zu schreiben, weil er fürchtete, damit Skandalisierungen anzuheizen, die nach einem Strohfeuer doch nur die Gleichgültigkeit und Erschöpfung steigern.

Nun ist sein Buch »Burnout-Kids« (Pattloch) erschienen, und es wird breit diskutiert. Verantwortlich macht er die »Ökonomisierung«, die Herrschaft von Zweck-Mittel-Relationen und immer kurzfristigere Ziele, die den Alltag zersetzen: Input, Output, Putput. Was passiert derzeit in unserer Gesellschaft und was lässt sich dem entgegensetzen?

Es geht in den Bildungsgesprächen nicht so sehr darum, einen Fachmann zu interviewen, als vielmehr ein Thema durch das Prisma einer Person sichtbar werden zu lassen. Für den Moderator Reinhard Kahl sind die Bildungsgespräche gelungen, wenn er es schafft, das Denken des Gastes erfahrbar zu machen. Und er mag die vielen Diskussionen, in die sich das Publikum einschaltet und so ein Gespräch unter Beteiligung Vieler entsteht.

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