DAS NETZWERK

Das Archiv der Zukunft sammelt Geschichten, die vom gelingenden Lernen erzählen. Dabei folgt es einer neuen Maxime: Weniger Theorie praktizieren, sondern die Praxis theoretisieren. Aus der vielfältigen Intelligenz der Praxis wollen wir gemeinsam eine Stimmung, eine Haltung, eine Grammatik herausarbeiten.

Gegründet wurde das Archiv der Zukunft im Jahr 2007 vom Journalisten Reinhard Kahl. Sein Film „Treibhäuser der Zukunft“ über Schulen in Deutschland, die gelingen, erlebte in diesem Jahr eine überraschend große Resonanz.

Mehr als 60 000 DVDs wurden verbreitet. Allerdings folgte dem Erfolg der „Treibhäuser der Zukunft“ ein neues Problem. Ständig klingelte nun das Telefon. Welche ist die beste Schule in Paderborn? Wie gründet man eine Schule auf Rügen? Der Autor sollte in Vorträgen durchdeklinieren, wie gute Schule geht und welches die ersten Schritte sind. Aber der Film hatte doch nur herausgearbeitet, was die Intelligenz der Praxis längst zustande bringt. Aber sie traut sich häufig nicht. Dann werden wieder Rezepte und Gurus verlangt.

Vor die Alternative gestellt, diesen Ansturm abzuwehren oder etwas daraus zu machen, entstand die Idee das Archiv der Zukunft-Netzwerk zu gründen.

Fortan organisierte das Archiv der Zukunft in regelmäßigen Abständen Bildungskongresse, die zu Orten des Gesprächs, der Begegnung und der Tätigkeit wurden. Es wurden Ideen und Geschichten gebündelt, die man sich anverwandeln könnte. In großen Gesprächen beleuchteten Richard David Precht, Harald Welzer, Natalie Knapp, Hartmut Rosa und Ulrike Kegler ihre Sicht auf die Welt der Bildung.

In der bunten Landschaft zwischen den Leuchttürmen, entdeckten die Kongressteilnehmer unterschiedlich Gleichgestimmte und vielleicht auch sich selbst. Und das nicht nur im Gespräch! Auch beim Kochen, Musizieren, Bauen und Tanzen!

Für den vorübergehenden Abschluss der Geschichte vom AdZ gilt der Satz von Georg Christoph Lichtenberg: „Wer angefangen hat etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden.“

Und so wächst das Archiv der Zukunft weiter wie ein Korallenriff.